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Lexikoneintrag: Antistatikschuhe

Veröffentlichungsdatum: 21.05.2024
Aktualisierungssdatum: 10.02.2026

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Antistatikschuhe

Antistatikschuhe sind spezielle Sicherheitsschuhe, die entwickelt wurden, um elektrostatische Aufladungen zu kontrollieren und sicher abzuleiten. Sie kommen in Arbeitsumgebungen zum Einsatz, in denen statische Elektrizität Personen, elektronische Systeme oder Produktionsprozesse beeinflussen könnte. Durch ihre ableitfähigen Materialien tragen sie zu einer sicheren Ableitung elektrostatischer Ladungen bei und schützen so empfindliche Geräte und Arbeitsumgebungen.

Definition: Was bedeutet Antistatikschuhe?

Antistatikschuhe sind Schuhe mit elektrisch ableitenden Sohlen, die verhindern, dass sich statische Elektrizität am Körper aufbaut. Sie sorgen für eine kontrollierte Ableitung der elektrischen Ladung über den Boden und verhindern unkontrollierte Entladungen (ESD – Electrostatic Discharge). Antistatikschuhe sind keine elektrisch isolierenden Schuhe und schützen daher nicht vor Stromschlägen. Sie erfüllen die Anforderungen der Normen DIN EN ISO 20345 (Sicherheitsschuhe), DIN EN ISO 20346 (Schutzschuhe) und DIN EN ISO 20347 (Berufsschuhe).

Arten und Ausführungen von Antistatikschuhen

Antistatikschuhe gibt es in unterschiedlichen Bauformen und Schutzstufen – von leichten Berufsschuhen bis hin zu robusten Sicherheitsmodellen. Je nach Einsatzgebiet können sie über zusätzliche Schutzfunktionen verfügen:

  • Mit Zehenschutzkappe (z. B. Stahl, Aluminium oder Kunststoff): Für Bereiche, in denen zusätzlich mechanischer Schutz erforderlich ist.
  • Ohne Zehenschutzkappe: Für allgemeine Arbeitsumgebungen ohne Risiko durch herabfallende Gegenstände.
  • Mit rutschhemmender und ölbeständiger Sohle: Kombinieren Antistatikfunktion und Arbeitssicherheit auf glatten Böden.
  • Mit ESD-Schutz (Electrostatic Discharge): Besonders empfindliche Ausführung für Elektronikfertigungen, geprüft nach DIN EN 61340-5-1.

Einsatzgebiete von Antistatikschuhen

Antistatikschuhe werden in Arbeitsumgebungen getragen, in denen elektrostatische Entladungen zu Schäden oder Störungen führen können. Typische Einsatzbereiche sind:

  • Elektronik- und Halbleiterfertigung
  • Chemische und pharmazeutische Industrie
  • Reinräume, Labore und Messräume
  • Explosionsgefährdete Bereiche (ATEX-Zonen)

Vor- und Nachteile von Antistatikschuhen

Vorteile:

  • Verhindern elektrostatische Aufladungen und reduzieren Schäden an empfindlicher Elektronik.
  • Tragen zur Einhaltung von ESD- und ATEX-Schutzmaßnahmen bei.
  • Erhältlich in verschiedenen Schutzklassen (SB bis S3) und Designs für unterschiedliche Arbeitsbedingungen.
  • Oft kombinierbar mit weiteren PSA-Komponenten wie Antistatik-Handschuhen oder ESD-Kleidung.

Nachteile:

  • Regelmäßige Kontrolle der Durchgangswiderstände ist erforderlich, um die Wirksamkeit zu gewährleisten.
  • Bei unsachgemäßer Pflege oder Verschmutzung kann die Ableitfähigkeit nachlassen.
  • Antistatikschuhe sind nicht für Arbeiten unter Spannung geeignet – sie ersetzen keine isolierenden Elektrikerschuhe.

Zusammenfassung:

  • Antistatikschuhe leiten elektrostatische Ladungen sicher über den Boden ab und verhindern ESD-Effekte.
  • Sie erfüllen die Anforderungen der Normen DIN EN ISO 20345 ff. und ggf. DIN EN 61340-5-1 für ESD-Schutz.
  • Typische Einsatzorte sind Elektronikindustrie, Chemieproduktion, Labore und ATEX-Zonen.
  • Sie schützen elektronische Komponenten und tragen zur Arbeitssicherheit bei, bieten jedoch keinen Schutz vor Stromschlägen.
  • Regelmäßige Wartung und Messung des elektrischen Widerstands sind essenziell für die dauerhafte Schutzwirkung.